CDA fordert einen Sozialbericht für Hamm

Offener Brief an den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Hamm:

 

Sehr geehrter Herr Herter,

liebe Vorsitzenden der Ratsfraktionen,

sehr geehrte Damen und Herren,

bereits vor einem Jahr forderte die CDA eine transparente Sozialberichterstattung für die Stadt Hamm auf Grundlage des Sozialberichts NRW (Armut- und Reichtumsbericht der Landesregierung). Es ist Zeit, endlich die undurchsichtige Sozialpolitik unserer Stadt zu ändern und Hamm mit vergleichenden Daten zu anderen Städten in der Region auszustatten.

Es geht mir darum, dass Sie verstehen, dass es für die Menschen der Stadt nichts Schlimmeres gibt, indem ihnen suggeriert wird, dass die Stadt Hamm viel Geld für sie verwende, jedoch die Bedürftigen das Gefühl haben in keiner Weise von der monetären Unterstützung zu profitieren. Als problematisch erachte ich, dass der Hammer Sozialetat mit 248 Millionen Euro (2021) traditionell der größte Posten bei den kommunalen Finanzen ist, jedoch keine präzise und transparente Überprüfung über die Wirkung der Ausgaben existiert. Als Beispiel weise ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich auf den Paritätischen Armutsbericht hin, dass trotz leicht sinkender SGB II Quote (Hamm 2019 bei 13,6 %) es gleichzeitig keinen Nachweis über eine Auswirkung auf eine sinkende Armutsquote gibt. Erfassbarer ist hier die Stadt Dortmund, die einen kommunalen Sozialbericht verwendet und daher schneller auf gesellschaftliche Ungleichheiten reagieren kann. Erschwerend kommt nun hinzu, dass sich das soziale Dilemma, nach all den durch die Covid 19 Pandemie verursachten Schwierigkeiten, wegen der Energiekrise und ihrer noch nicht absehbaren Folgen vergrößern wird.

 

Interpretieren Sie meine Forderung nicht in die Richtung, dass ich die Arbeit der Stadtverwaltung, der Sozialarbeiter oder Streetworker kritisieren möchte, denn die Menschen machen einen tollen Job. Ich möchte vielmehr für Hamm eine vergleichbare Grundlage schaffen,  um einerseits mit anderen landesweiten Kommunen die Probleme auf Augenhöhe zu diskutieren und um andererseits Maßnahmen aufgrund ihrer Wirksamkeit effizienter überprüfen und ggf. abändern zu können.

Stehen Sie zu Ihrem Wort! Denn ich sehe diesen kommunalen Sozialbericht vor allem als Hilfe für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Unseren Kindern! Haben Sie sich nicht auf die Fahne geschrieben Hamm zur kinderfreundlichsten Stadt zu machen? Verschließen Sie nicht die Augen vor den wirklichen Problemen unserer Stadt!

 

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Zumbrock

(Kreisvorsitzender)

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